Nachhaltige Banken im Interview – Dieses Mal: Die UmweltBank

v. l. n. r.: Jürgen Koppmann, Goran Bašić, Heike Schmitz

Was macht eine Bank nachhaltig und welche Banken sind überhaupt wirklich nachhaltig? Das und noch einiges mehr möchten wir in Erfahrung bringen und haben dieses Mal die UmweltBank interviewt.

INTERVIEW

BOERSE-N.de: Worin liegt die Spezialisierung Ihrer Bank beziehungsweise wofür stehen Sie?

Oliver Patzsch, Referent Investor Relations bei der UmweltBank AG

OLIVER PATZSCH: Herzstück der UmweltBank ist die Kreditvergabe an nachhaltige Projekte. Mit unseren Darlehen treiben wir die Energiewende voran und schaffen ökologisch hochwertigen und sozial wertvollen Wohnraum. Daneben bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine sorgfältig ausgewählte Palette an Sparkonten, Wertpapieren und Versicherungen an. Das Besondere: Unser Angebot umfasst ausschließlich Produkte, die strengen ökologischen und sozialen Kriterien entsprechen. So steht die UmweltBank für wirklich nachhaltige Bankgeschäfte.

Wie definieren Sie das Thema Nachhaltigkeit für sich?

Durch unser Handeln wollen wir zu einer lebenswerten Welt für uns und kommende Generationen beitragen.  Darum haben wir klare Positiv- und Ausschlusskriterien definiert, mit denen wir Nachhaltigkeit sichtbar machen. Bei unseren Produkten und Krediten schließen wir zunächst sämtliche Aktivitäten aus, die aus unserer Sicht schädlich für Mensch und Umwelt sind. Also jegliche Form von Verhalten, das zur Verschlechterung der Lebensqualität von Menschen oder dem Erhalt der Natur schadet. Dazu gehören beispielsweise Investitionen in Fossil- und Kernenergie, militärische Güter oder auch die Verletzung von Menschenrechten. 

Wenn du noch mehr über nachhaltige Banken erfahren möchtest.

Werden lediglich keine Ausschlusskriterien verletzt, sind Produkte für uns noch lange nicht nachhaltig. Vielmehr müssen diese auch einen positiven Beitrag zu einer lebenswerten Welt leisten. Diesen messen wir durch die Wirkung auf eines oder mehrere der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs). Somit stellen wir sicher, dass unsere Produkte und Kredite keinen ökologischen oder sozialen „Schaden“ anrichtet und zudem einen positiven Beitrag für eine lebenswerte Welt liefern. 

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für Ihre Kunden?

Lange Zeit wurde Nachhaltigkeit mit Verzicht in Verbindung gebracht. Dass es auch anders geht, zeigt die UmweltBank. Denn sie verbindet seit über 25 Jahren Ökologie und Ökonomie. Das erfolgreiche Zusammenspiel dieser vermeintlichen Gegensätze ist auch für unsere Kundinnen und Kunden sehr wichtig. Das spiegelt sich in der Produktpalette der grünen Bank wider. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere eigene Fondsmarke UmweltSpektrum, die aus dem jahrelangen aktiven Dialog mit unseren Kunden entstanden ist. Denn die Fonds bieten kompromisslose Nachhaltigkeit und verfolgen zugleich das Ziel, einen angemessenen Wertzuwachs zu erwirtschaften. 

Welche Produkte haben Sie im Angebot und wer ist hierbei Ihre „Zielgruppe“?

Private Kundinnen und Kunden können ihr Geld bei der UmweltBank auf Sparkonten aber auch in Wertpapieren anlegen, Versicherungen abschließen und ihren Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen. Dabei sprechen wir prinzipiell alle Menschen an, die mit ihrem Geld zu einer lebenswerten Welt beitragen wollen. So gibt es bei uns vielfältige Kundengruppen in diversen Lebensabschnitten und mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Dazu gehören zum Beispiel Großeltern, die für ihre Enkel einen nachhaltigen Sparplan anlegen oder junge Berufstätige, die bereits früh in Fonds investieren, um in der Zukunft ihre Rentenlücke zu schließen. 

Haben Sie ein Girokonto im Angebot und falls nicht, ein vergleichbares Produkt bzw. wie erledigen Ihre Kunden finanzielle Transaktionen?

Die UmweltBank wurde vor 25 Jahren als Direktbank ohne Girokonto gegründet. Seitdem haben wir uns sehr erfolgreich auf unsere Kernkompetenzen fokussiert – das Angebot attraktiver nachhaltiger Geldanlagen und die Finanzierung von Umweltprojekten. Die üblichen finanziellen Transaktionen erledigen unsere Kundinnen und Kunden über das Girokonto bei ihrer Hausbank. 

Welche Rolle spielt die Digitalisierung für Sie und wie sind Sie hier bereits aufgestellt?

Digitalisierung ist für uns ein essenzieller Erfolgsfaktor. Daher haben wir uns dazu entschieden, bis zum Herbst 2023 unser Kernbanksystem – das digitale Herzstück der Bank – zu wechseln. Die neue Bankensoftware wird es uns ermöglichen, neue Produkte und Services anzubieten. Darüber hinaus können sich unsere Kundinnen und Kunden insbesondere auf eine höhere Nutzerfreundlichkeit bei der Konto- und Depotführung freuen. Insgesamt wird das Leistungsspektrum der UmweltBank deutlich digitaler, zugleich ist es uns aber auch wichtig, weiterhin persönlich erreichbar zu bleiben. Denn viele Kunden schätzen den mehrfach ausgezeichneten Service unserer Mitarbeitenden.

Welche Möglichkeiten haben Ihre Kunden Geld bei Ihnen nachhaltig anzulegen, also welche Investmentmöglichkeiten haben Sie in petto, Stichwort Depot, ETF oder auch Tages- oder Festgeldkonten?

Die UmweltBank bietet Sparkonten für verschiedene Zeithorizonte – vom täglich verfügbaren Tagesgeld bis zum Festgeld mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren. Daneben haben wir ein kostenfreies Depot im Angebot, in dem ausschließlich nachhaltige Wertpapiere verwaltet werden. Dazu gehören ausgewählte Fonds, Anleihen und die Aktie der UmweltBank. Besonders beliebt sind dabei die nachhaltigen Fonds unserer hauseigenen Marke UmweltSpektrum. Unsere drei Fonds – UmweltSpektrum Mix, Mensch und Natur – setzen individuelle Schwerpunkte in puncto Nachhaltigkeit. So können Anlegerinnen und Anleger zielgerichtet in ökologische und soziale Werte investieren – gemäß dem strengen Nachhaltigkeitsansatz der UmweltBank.

Wird durch die Zinserhöhung der EZB, die steigende Inflation und eventuelle Rezession das Leben für Ihre Kunden nun komplizierter und teurer im Sinn von Kreditvergaben und Kreditzinsen?

Derzeit beobachten wir eine steigende Verunsicherung am Immobilienmarkt. Das begann bereits Anfang des Jahres mit dem überraschenden vorzeitigen Förderstopp der KfW für energieeffizientes Bauen. Nun erleben wir ein Umfeld geprägt von weiterhin steigenden Preisen und gleichzeitig stark steigenden Zinsen. Diese Mischung macht einige geplante Projekte schwierig bis unmöglich umsetzbar. Durch unsere langjährige Erfahrung im Bereich der Finanzierung von nachhaltigen Immobilien stehen wir unseren (potenziellen) Kundinnen und Kunden mit Rat und Tat zur Seite, damit sie ihr Wunschprojekt auch in der aktuellen Situation realisieren können.

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