Trader Stefan Krick stellt seine Wasserstoffaktien-Strategie vor

Der Trader Stefan Krick handelt auf Wikifolio mit Wasserstoffaktien. Auf BOERSE-N stellt er seine Handelsidee vor und verrät, auf welche E-Aktien er schwört.

INTERVIEW

BOERSE-N.de: Herr Krick, wie sind Sie auf Wikifolio gestoßen?

STEFAN KRICK: Erstmals bin ich 2016 auf wikifolio aufmerksam geworden und habe mich auch sofort angemeldet. Eigentlich bin ich recht zufällig durch das Surfen im Internet auf wikifolio gestoßen. Ich suchte damals nach alternativen Möglichkeiten zu investieren, da mich Fonds und ETFs nicht angesprochen haben. Auf wikifolio kann man ausgewählten Top-Tradern folgen, welche seit Jahren positive Renditen erzielen, Fonds bei weitem schlagen und das bei deutlich geringeren Gebühren. Ich finde das System „Social-Trading“ sehr spannend und eine echte Investment-Alternative. Nachdem ich das ganze zu Beginn nur passiv verfolgt habe bin ich 2018 auch mit meinen ersten investierbaren wikifolios gestartet.

Was war Ihre Intention auf Wikifolio zum Thema Wasserstoff aktiv zu werden?

Für mich war schon früh klar, dass Wasserstoff in Zukunft ein elementarer Bestandteil der zukünftigen Energiewirtschaft werden wird. Wasserstoff wird Fahrzeuge und Flugzeuge antreiben, Häuser heizen, das Stromnetz optimieren und als allgemeiner Energiespeicher dienen. Nachdem ich mich „schlau“ gemacht habe investiere ich seit 2014 privat in Wasserstoffaktien. Wikifolio erschien mir eine gute Möglichkeit meine Ideen rund um das Thema Wasserstoff einer breiten Masse zugänglich zu machen. Daher habe ich Mitte 2018 das Wikifolio Wasserstoff & Brennstoffzellen erstellt, welches zum Ende des Jahres dann auch als investierbares Wikifolio-Zertifikat emittiert wurde.

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Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Thema Wasserstoff?

Erstmals kam ich mit Wasserstoff 2012 in einer Uni-Vorlesung mit dem Titel „Einführung in die regenerative Wasserstoffwirtschaft“ in Kontakt. Schon damals fand ich das an erster Stelle im Periodensystem stehende Element erstaunlich. Seitdem habe ich mich ständig weitergebildet und die globalen Entwicklungen im Auge behalten.

Auf welche Wasserstoffaktien setzen Sie und warum?

Aktuell sind meine größten Wikifolio-Positionen Plug Power und Ceres Power. Zusammen machen diese knapp 25 % des breit aufgestellten Wikifolios aus. Beiden Unternehmen traue ich zu, die Wasserstoffwirtschaft stark zu prägen.

Plug Power: Plug Power ist die letzten Monate stark gestiegen und weist trotzdem noch ein im Branchenvergleich „günstiges“ EV/sales von ca. 26 auf. Plug Power meldet gefühlt fast täglich neue positive Nachrichten zur Geschäftsentwicklung. Die vertikale Integrationsstrategie läuft durch Übernahmen von Giner ELX und United Hydrogen auf Hochtouren. Plug Power möchte in Zukunft die gesamte Wertschöpfungskette von der Wasserstofferzeugung bis zur Endanwendung in Brennstoffzellen anbieten. Das ausgegebene Ziel von Plug Power ist ambitioniert: Bis 2024 will man die Umsätze von derzeit 260 Mio. US$ auf 1,2 Mrd. US$ nahezu verfünffachen. Sofern man das starke durchschnittliche Umsatzwachstum der letzten drei Jahre von knapp 50 % hält, ist dieses Ziel auch machbar. Plug Power expandiert auch sehr stark, u.a. nach Europa. Dadurch bekommt man in Zukunft auch was von den europäischen Fördergeldern ab. Bauchschmerzen machen einzig die hohe Fremdfinanzierung und Schulden, wahrscheinlich muss innerhalb der nächsten zwei Jahre erneut Geld über eine Kapitalerhöhung beschafft werden, was die Aktien verwässert. Ich bin langfristig allerdings optimistisch, denn Plug Power hat die Weichen in die richtige Richtung gestellt.  Siehe auch https://investiere-mit-zukunft.de/blog/plug-power-integrationsstrategie-auf-hochtouren/

Ceres Power: Ceres Power stellt hocheffiziente festoxid Brennstoffzellen (SOFC) für stationäre Anwendungen unter dem Namen SteelCell her. Durch einen großen Deal mit Doosan Fuel Cell stieg die Aktie zuletzt auf ein neues Jahreshoch. Das einzigartige an Ceres Power ist das spezielle Lizenzmodell, wodurch aufwändige Fertigungsanlagen gespart werden und hohe Bruttomargen möglich sind. Mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum der letzten 3 Jahre von 84 % ist man Spitzenreiter im Wasserstoffsektor. Zwar ist Ceres Power mit einem EV/sales von derzeit ca. 60 sehr hoch bewertet, doch dafür ist das Wachstum enorm. Zudem forscht Ceres Power daran die Funktionsweise ihrer SteelCell-Brennstoffzellen „umzukehren“, um so Wasserstoff mit einem hohen Wirkungsgrad herstellen zu können. Wenn es Ceres Power schafft das Wachstumstempo beizubehalten, sehe ich in der hohen Bewertung als langfristiger Anleger auch kein Problem. Zudem ist Ceres Power sehr solide finanziert und kommt fast ohne Schulden aus. Im Gegensatz zu Plug Power belasten hier also ständige Zahlungen an die Kreditgeber nicht das Geschäft. Ich denke in Zukunft wird mit Ceres Power zu rechnen sein. Siehe auch https://investiere-mit-zukunft.de/blog/brennstoffzellen-hersteller-ceres-power-mit-neuem-deal/

Woher beziehen Sie Ihre Informationen zum Thema Wasserstoff?

Meine Informationen beziehe ich über viele verschiedene Quellen. Für die Finanzdaten und wirtschaftlichen Kennzahlen nutze ich zwei Bezahldienste und schaue mir die Geschäftsberichte der Unternehmen an. Für Unternehmensneuigkeiten habe ich direkt die Newsletter der Wasserstoff-Unternehmen abonniert. Dadurch bekomme die Neuigkeiten immer direkt nach dem Erscheinen in mein Postfach. Für politische und gesellschaftliche Informationen rund um das Thema Wasserstoff nutze ich Nachrichtendienste. Ich schaue mir auch Studien und Roadmaps an, um die zukünftige Entwicklung abzuschätzen. Sehr interessant ist z.B. die Studie des Hydrogen Council „Path to hydrogen competitiveness – A cost perspective“ oder „Road Map to a US Hydrogen Economy“ der Fuel Cell and Hydrogen Energy Association. Daneben behalte ich natürlich die weltweiten Fördermaßnahmen zur Emissionsreduzierung im Auge.

Wie würden Sie Ihre Handelsidee beschreiben?

Ich handel sowohl in meinen Privatdepots, als auch im Wikifolio nach dem Grundsatz vom erfahrenen US Investor Ken Fisher: “Time in the market beats timing the market“. Ich glaube, dass es unmöglich ist den Markt immer perfekt zu timen und bin daher die meiste Zeit voll investiert. Es gibt verschiedene Studien die zeigen, dass Markttiming langfristig mehr Performance kostet als man dadurch gewinnen kann. Ich investiere daher in Unternehmen von welchen ich glaube, dass sie in 5-10 Jahren deutlich mehr sein werden als jetzt. In Einzelfällen führe ich kurzfristige Trades durch und nur dann wenn z.B. eine Übertreibung nach unten oder oben für Einzelwerte „offensichtlich“ ist. Für die Investitionsentscheidung ziehe ich folgende Informationen heran: Unternehmensanalyse (wirtschaftliche Kennzahlen, technisches Know-how, Unternehmensführung), mikro- und makroökonomischen Ausblick, Trendstabilität und -stärke und Einschätzung des voraussichtlichen Wachstums in der Branche.

Wie hoch ist aktuell Ihr investiertes Kapital?

Bisher wurden in das auf meinem Wikifolio basierendem Indexzertifikat ca. 15 Mio. € investiert. Ich bin selber in meinem Wikifolio mit einem hohen fünfstelligen Betrag investiert.

Wie sehen Sie die Zukunft von Wasserstoff?

Bereits als ich das Wikifolio 2018 aufgelegt habe, habe ich eine positive Zukunft für Wasserstoff gesehen. Mir war klar, dass die Menschheit früher oder später reagieren muss. Der Klimawandel ist Fakt und bedroht die Menscheit. Wenn wir mit fossilen Brennstoffen so weiter machen haben wir irgendwann den „Point of no return“ erreicht und die Erde unwiderruflich geschädigt. Ich dachte mir daher schon, dass der gesamte Sektor der erneuerbaren Energien wieder aufleben wird. Erneuerbare Energien sind für eine regenerative Wasserstoffwirtschaft ebenfalls unerlässlich, denn nur „grüner“ Wasserstoff ist zu 100 % emissionsfrei. Die vielen weltweiten staatlichen Fördermaßnahmen (z.B. EU Green Deal und deutsche Wasserstoffstrategie) und ausgerufenen Roadmaps zeigen das zunehmende Interesse der Politik. Wasserstoff wird zu einem neuen Megatrend. Die Kosten für Wasserstoff und Endanwendungen werden in den nächsten Jahren sukzessive sinken. Zudem kommen durch das Erreichen der technologischen Reife immer neue Anwendungsgebiete hinzu. Besonders aussichtsreich halte ich z.B. Kraft-Wärme-Kopplungssysteme in der Gebäudetechnik: Strom mit Photovoltaik erzeugen, in Wasserstoff speichern und bei Bedarf zu Strom und Wärme umwandeln. Auch lokale Elektrolyseanlagen, welche  Überschussstrom aus z.B. Windkraftanlagen speichern, werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Beides würde zu einer großen Entlastung des Stromnetzes beitragen, was durch die zunehmende E-Mobilität immer mehr Leistung bereitstellen muss.

Ich sehe daher optimistisch in die Zukunft für Wasserstoff und glaube, dass wir erst am Anfang eines langfristigen Megatrends stehen. Wenn man jetzt die richtigen Unternehmen identifizieren kann, kann man an diesem Wachstumsmarkt partizipieren.

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