Nachhaltige Geldanlage mit der GLS Bank

Im BOERSE-N.de Interview, Julian Mertens stv. Pressesprecher und Referent für Kommunikation zum Thema nachhaltige Geldanlage. Mertens erklärt, was die GLS Bank als nachhaltige Bank auszeichnet und welche Rolle hierbei nachhaltige Aktien und Fonds spielen.

BOERSE-N.de: Herr Mertens, warum sind Aktionäre bei der GLS Bank richtig aufgehoben?
JULIAN MERTENS: Nirgends werden Sie so nachhaltig anlegen können wie bei der GLS Bank. Wir haben strenge Kriterien, ein sorgfältiges Research und einen Anlageausschuss mit externen Mitgliedern. Dieser nimmt jedes Unternehmen genau unter die Lupe und entscheidet, ob darin investiert wird. Erst wenn all diese Hürden überstanden sind, kommt ein Unternehmen für unsere Fonds infrage. Der Fair Finance Guide hat uns mehrfach unsere Nachhaltigkeit bescheinigt und kürzlich hat die Stiftung Warentest unsere Aktienfonds ausgezeichnet.

Welche Rolle spielen für Sie nachhaltige Aktien?

Bei dem aktuellen Zinsniveau führt kein Weg an Aktien vorbei, um eine Rendite nach Inflation und ggf. Steuern zu erzielen. Abhängig von der Situation kann auch eine direkte Anlage auf die Kinder sinnvoll sein. Außerdem sind Mikrofinanzanlagen aufgrund ihrer bisher sehr stabilen und soliden Wertentwicklung interessant.
Sie sind die einzigen, mit der sich neben einer ökonomischen Rendite ein gesellschaftlich sinnvolles Investieren gewährleisten lässt. Zudem leisten wir einen Beitrag zur Transformation hin zu einer zukunftsweisenden Wirtschaft. Wer etwa in Erneuerbare investiert und nicht in Kohle stimuliert die Energiewende. Wer dagegen nur auf kurzfristigen Profit aus ist, profitiert in der Regel von gesellschaftlichen Kosten.

Außerdem sind nachhaltige Fonds viel besser als ihr Ruf, das zeigen viele Untersuchungen. In der Corona-Hochzeit im ersten Quartal 2020 hat Scope gezeigt, wie resilient die Angebote sind. Bei mehr als 2.000 bewerteten Fonds schlugen die nachhaltigen ihre Benchmark. Auch der Branchendienst ecoreporter kam bei seinem Test auf ein vergleichbares Ergebnis.

Die Fonds der GLS Bank haben sich ebenfalls gut entwickelt. Mit unseren Anlagestrategien setzen wir auf Unternehmen, die in zukunftsweisenden Geschäftsfeldern aktiv sind. Das sind Unternehmen, die Telearbeitslösungen anbieten statt Dienstreisen, Erzeuger Erneuerbarer Energien statt fossiler Energien, Hersteller von Medikamenten statt Waffen. Diese Branchen kommen bisher gut durch die Krise. Einige dieser Unternehmen haben aufgrund der aktuellen Marktlage sogar bedeutende Kurszuwächse verzeichnet. Zu Gute scheinen den Fonds auch die breit gestreuten Portfolien zu kommen. Bewusst beabsichtigen wir damit, Klumpenrisiken zu vermeiden.

https://www.scopeanalysis.com/ScopeAnalysisApi/api/downloadstudy?id=286df008-65f1-4202-b55b-092aaee20a94
https://www.ecoreporter.de/artikel/nachhaltige-aktienfonds-kommen-besser-durch-die-krise-als-herkommliche-fonds/

Wie kann man bei Ihnen ein Aktiendepot eröffnen?

Am einfachsten online auf gls.de/depot. Und wer sein Depot übertragen möchte kann einfach unseren Umzugsservice nutzen. Zusätzlich ist auch eine Eröffnung per Telefon möglich.

Wie lange dauert die Eröffnung eines Wertpapierdepots bei Ihnen?

GLS Bank-Kund*innen können das über die Online-Strecke in wenigen Minuten selber erledigen. Bei Neukund*innen empfiehlt sich ebenfalls der Antrag über unsere Website, das dauert rund zehn Minuten.

Was kostet bei Ihnen ein Aktiendepot? Welche fixen und welche variablen Kosten fallen bei Ihnen an?

5 Euro GLS Beitrag pro Monat sowie jährlich 0,12 % vom Depotwert (mind. 5,95 €, max. 59,90 €, für Fonds der GLS Bank 0,06 %). Die Provisionen für An- und Verkauf betragen 0,5 bis 1 Promille. Alle Kosten auf gls.de/depot und im Preis- und Leistungsverzeichnis: gls.de/plv

Was sind Ihre Tipps für die Eröffnung eines Aktiendepots? Woran sollte man im Vorfeld denken?

Zunächst zählt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Fragen Sie sich, was Ihnen wichtig ist, welche Kriterien auf jeden Fall berücksichtigt werden sollen, im Positiven wie im Negativen. Das sollte dann Grundlage sein für die weiteren Entscheidungen, angefangen mit dem Depotanbieter über die Auswahl von Anlageklassen und einzelner Angebote.

Dann bedarf es Ziele einer Geldanlage, ist sie z.B. als langfristiger Vermögensaufbau gedacht, als Altersvorsorge oder zum Sparen auf eine größere Investition? Es ist zudem sinnvoll, sich zu fragen, wie viel Risiko man eingehen kann und möchte. Wie viel des Investierten kann Wertschwankungen unterliegen? Wie viel muss wann verfügbar sein? Ist sogar ein erhöhtes Risiko denkbar für ein Crowdfunding?  Natürlich braucht es eine Art persönlichen Kassensturz, also Einnahmen, Ausgaben, Guthaben, Rücklagen und so weiter.

Was würden Sie sagen, sind die Vorteile einen Aktiendepots in Ihrem Hause gegenüber der Konkurrenz?

Wir sind seit über 45 Jahren im Geschäft und damit Expert*innen für jegliche Form sozial-ökologischen Investments. Und wir entwickeln uns weiter um eine präzise Wirkungsmessung einzuführen arbeiten wir mit dem Startup right. und dem Wuppertal Institut zusammen. So können wir sehen, ob unsere Fonds die Pariser Klimaziele einhalten. Wenn Sie mit Ihrem Depot zu uns wechseln bieten wir Ihnen einen kostenlosen Nachhaltigkeits-Check an. So können wir mit unseren Kund*innen gemeinsam daran arbeiten, ihr Depot noch wirksamer zu machen. Das gilt natürlich auch für unsere Anlageberatung für Investments. Wir arbeiten ohne Erfolgsvergütungen, sodass die Gespräche auf die Bedürfnisse der Kund*innen fokussieren können. Dabei hilft unser breites Angebot an Wertpapieren und Fonds, die auf unserem sorgfältig ausgewählten Anlageuniversum und unseren Kriterien beruhen. Das ermöglicht eine diverse Streuung mit Aktienfonds, Mischfonds, Mikrofinanzfonds bis hin zu einzelnen Titeln. Die vorderste Frage ist bei der GLS Bank immer beantwortet, nämlich die Nachhaltigkeitsleistung in die investiert wird. Alles andere kommt gar nicht als Investment infrage.
https://blog.gls.de/allgemein/bankspiegel-reise-gls-bank-teil-3-research/

Wie bewerten Sie aktuell die Möglichkeiten in grüne Aktien zu investieren?

Kurzfristig sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu berücksichtigen, also gilt es bei einzelnen Unternehmen auf die Verfasstheit und die möglichen Folgen zu achten. Häufig hat die Pandemie kritische Strukturen zutage gefördert, auf die es sich zu achten lohnt. Ebenso hat gezeigt, welche Unternehmen und Branchen resilient sind. Allerdings haben die Kurse nach den allgemeinen Kurserholungen wieder angezogen. Zudem ist es wichtig, das eigene Risiko gut zu streuen über Branchen wie Anlageklassen, etwa über Fonds. ETFs sehen wir im Übrigen kritisch, da hier die Nachhaltigkeit selten gegeben ist oder unseren Ansprüchen nicht ausreicht.
https://blog.gls.de/aus-der-finanzwirtschaft/etfs-vorsicht-geboten
Langfristig ist ein grünes Portfolio nur sinnvoll, weil die Wirtschaft in den nächsten Jahren vor einer gewaltigen Transformation steht. Die Klimaziele werden viele Geschäftsmodelle verändern, einige obsolet machen, andere aufkommen lassen. Fossile Energien sind nicht nur aus nachhaltiger Perspektive kritisch, auch ökonomisch steigt das Risiko bei entsprechenden Titeln. Ein entsprechend nachhaltiges Depot hilft also, sich zukunftsweisend und sicher aufzustellen.

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Marcus Noack
Marcus Noack
Marcus Noack studierte internationale BWL und International Business Communication und gründete neben seinem Studium sein erstes Startup 2006. Heute ist Marcus Noack Serial-Entrepreneur und seit mehr als 10 Jahren in der Nachhaltigkeitsszene aktiv. Die Nachhaltigkeitsportale LifeVERDE, JOBVERDE oder Gruene-Startups.de wurden von ihm mit entwickelt.
http://www.boerse-n.de

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