Nachhaltige Geldanlage mit der Evangelischen Bank

Nachhaltigkeit und Ethik spielen bei der Evangelischen Bank eine große Rolle. Im Interview, Berenike Wiener, Head of Corporate Social Responsibility & Sustainable Finance bei der EB.

BOERSE-N.de: Wofür steht die Evangelische Bank?

BERENIKE WIENER: Die Evangelische Bank ist DIE Nachhaltigkeitsbank: Smart, grün und sozial. Offen, stark und relevant. Flexibel, agil und dynamisch. Und damit ein modernes, wandlungsfähiges Finanzunternehmen im Aufbruch, das für die Herausforderungen eines immer stärker nachhaltig wie digital ausgerichteten Bankings bestens vorbereitet ist. Nachhaltigkeit verstehen wir seit langem ganzheitlich und als integralen Bestandteil unserer Geschäftsaktivitäten. Sie ist nicht Teilaufgabe, Trend oder „nice-to have-Thema“. Sie ist Kernanliegen und Daseinszweck der Evangelischen Bank – unsere innere Haltung. In den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, den SDGs, bekommt diese strategische Ausrichtung der EB einen neuen, zukunftsweisenden Orientierungsrahmen.

Uns verbinden Werte mit unserem Umfeld seit Anbeginn. Als Kirchenbank steckt diese Werteorientierung seit den Gründungstagen in unseren Genen. Der Auftrag ist eindeutig: Seit mehr als fünf Jahrzehnten übernehmen wir Verantwortung für die finanziellen Anliegen unserer Kunden, Mitglieder und Partner. Unter veränderten Rahmenbedingungen geht es jetzt darum, diese Werte zu bewahren und an den Herausforderungen der Nachhaltigkeit neu auszubalancieren. In Zeiten zunehmender Digitalisierung und veränderter Kundenanforderungen braucht es dabei Mut zur Veränderung und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Für welche Art Kunden sind Sie die richtige Bank?

Wir sind eine Spezialbank für institutionelle Kunden aus Kirche und Diakonie sowie aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Im Privatkundengeschäft sind wir offen für alle Kunden, die sich mit unseren Werten identifizieren. Wer eine nachhaltig ausgerichtete, werteorientierte Bank sucht, ist bei uns richtig.

Welche Rolle spielt für Sie das Thema Nachhaltigkeit?

Die Evangelische Bank übernimmt Verantwortung – sozial, ökologisch und ökonomisch. Für uns ist seit Jahren das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit leitend. In der aktuellen Debatte stehen die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit, stehen der Umwelt- und Klimaschutz, Green Money und Sustainable Finance, im Vordergrund. Wir teilen die Auffassung, dass wir bei der ökologischen Transformation, der Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen und dem Klimaschutz in den kommenden Jahren deutlich messbare Schritte nach vorn machen müssen. Hier gehen wir voran, ob mit Klimastrategie, einer emissionsarmen Fahrzeugflotte, stetig sinkendem Ressourcenverbrauch, Ökostrom und unserem energieeffizienten neuen Hauptstandort in Kassel, der Ende 2020 bezogen werden soll. Schließlich ist die Bewahrung der Schöpfung seit vielen Jahren eines der zentralen Anliegen unserer Kunden und Mitglieder aus Kirche, Diakonie und Sozialwirtschaft.

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Ganz aktuell haben wir zusammen mit 15 weiteren Akteure des deutschen Finanzsektors, mit Aktiva von mehr als 5,5 Billionen Euro und über 46 Millionen Kundenverbindungen in Deutschland, eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, unsere Kredit- und Investmentportfolien im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Durch die vereinbarte Messung, Veröffentlichung und Zielsetzung zur Reduzierung der mit den Kredit- und Investmentportfolios verbundenen Emissionen, wollen wir innerhalb des Finanzsektors einen Klimaschutzbeitrag leisten und eine nachhaltige und zukunftsfähige Weiterentwicklung der Wirtschaft unterstützen. Wir wollen aktiv an der Gestaltung einer für die Zukunftsfähigkeit wichtigsten gesellschaftlichen Aufgabe mitzuwirken, nämlich der erfolgreichen gesellschaftlichen Transformation zur Begrenzung des Klimawandels. Wir richten als Unterzeichner der Initiative unsere Produkte und Dienstleistungen sowie unsere Engagements entsprechend aus, um durch die Finanzierung der Transformation hin zu einer emissionsarmen und klimaresilienten Wirtschaft und Gesellschaft, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und das 1,5 Grad Ziel zu erreichen.

Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie anfällig unser Leben und unsere Gesellschaft durch externe Einflüsse ist. Auch die Auswirkungen eines Klimawandels können verheerend für Mensch und Natur sein. Deshalb heißt es jetzt, die globalen Herausforderungen gerade in Sachen Klima besonders in den Fokus zu nehmen und dafür Strategien, Ziele und Maßnahmen für heute und für eine lebenswerte Zukunft zu definieren. Wir wollen diese Zukunft gestalten und nicht erst auf Regulierungsvorgaben ab 2021 warten. Deshalb entwickeln wir aktuell eine eigene Klimastrategie, die neben der Bank-Ökologie auch die Kapitalanlagen und das Kreditbuch umfasst. Hierbei geht es zum einen darum, wesentliche Klimarisiken zu identifizieren, die aus unserem Handeln und Investieren entstehen. Zum anderen wollen wir Wege und Maßnahmen definieren, diesen Risiken insbesondere bei unseren Kapitalanlagen und im Kreditbuch angemessen zu begegnen. Für diese umfassende und vielschichtige Aufgabe arbeiten wir mit externen Datenanbietern zusammen.

Aus unserer Sicht darf aber der soziale Aspekt der Nachhaltigkeit angesichts der Herausforderungen des Klimawandels nicht aus dem Blick geraten. Der Weg in eine klimagerechte Zukunft kann nur dann gelingen, wenn alle mitgenommen werden und die ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft sozialverträglich ausgestaltet wird. Die soziale Säule der Nachhaltigkeit stärken wir, indem wir als Kirchenbank unseren gesellschaftlichen Beitrag leisten, nachhaltig sozialen Impact bewirken, den Zusammenhalt stärken und das Miteinander leben. Gemeinsinnorientierung und die Übernahme von Verantwortung sind unser Kompass. In erster Linie unterstützen wir mit unseren Dienstleistungen unsere Kunden aus der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die mit ihren Aktivitäten nach dem Subsidiaritätsprinzip gesellschaftliche Aufgaben übernehmen, die allen zugutekommen. Im Einzelnen handelt sich hierbei um Kranken- und Altenpflege, Behindertenhilfe, Jugendhilfe oder Früherziehung, Bildung und Berufsvorbereitung. Damit fördern wir eine Vielzahl sozialer Projekte und leisten aktiv unseren Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft, in der das „Wir“ zählt, nicht das „Ich“. Aber auch durch Spenden und Sponsorings leisten wir aktiv und nachhaltig unseren Beitrag für ein lebendiges Miteinander. Denn Investitionen in Menschen sind Investitionen mit Sinn. Für eine bessere Welt, in der es sich zu leben lohnt.

Verantwortungsbewusst in die Zukunft in Zeiten permanenten Wandels und digitaler Herausforderungen – das ist die Aufgabe, der sich unsere Bank offensiv stellt. Wer wie wir auf dem Fundament einer klaren Werteorientierung gründet, kann auch stürmischen Zeiten gelassen entgegensehen. Aber wir wissen auch: Nur wer sich anpasst und kommende Trends souverän antizipiert, hat in Phasen umfassender Veränderungsdynamik die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft. In Verantwortung vor den Mitarbeitern, den Mitgliedern und allen anderen Stakeholdern. Dabei wägen wir unsere eigenen Interessen und die unserer Anspruchsgruppen sorgfältig ab und treffen dann überzeugende und nachvollziehbare Entscheidungen – im Einklang mit unseren christlichen Werten, aber auch im Einklang mit ökonomischen Interessen. Berechenbar und solide, verlässlich und kompetent. Denn gemeinsam stark und zukunftsfähig kann nur agieren, wer als strategischer Partner seiner Kunden klar und transparent Absprachen trifft und dann zuverlässig danach handelt. Dieses Selbstverständnis treibt uns in der Evangelischen Bank an – für einen nachhaltigen und langfristigen gemeinsamen Erfolg. Denn vorausschauend Wirtschaften heißt für uns auch, Geschäftsmodelle agil anzupassen, um für die Herausforderungen der Zukunft bestens vorbereitet zu sein.

Wie definieren Sie ethische Geldanlage?

Bei der Geldanlage spielen für die Evangelische Bank nicht nur die klassischen Ziele wie Sicherheit, Liquidität und Rentabilität eine entscheidende Rolle, sondern auch ökologische und ethisch-soziale Aspekte. Daher setzt die Bank einen eigenen Nachhaltigkeitsfilter im Eigenanlagegeschäft ein. Er stellt sicher, dass überall, wo Evangelische Bank draufsteht, auch Nachhaltigkeit drin ist. Das ist für unsere Kunden aus Kirche, Diakonie und Sozialwirtschaft sowie für klassische institutionelle Anleger von wesentlicher Bedeutung.

Unser Filter gilt für unsere Eigenanlagen und für unsere eigenen Produkte. Er kann natürlich auch von unseren Kunden im Rahmen des Vermögensmanagements nach eigenen Anlagerichtlinien angepasst und genutzt werden. Wir haben diesen Filter unter Berücksichtigung des aktuellen „Leitfaden für ethisch-nachhaltige Geldanlagen in der evangelischen Kirche” grundlegend überarbeitet. Unser Nachhaltigkeitsfilter gehört nunmehr zu den strengsten Filtern am Markt. Neben der Fixierung strenger Ausschlusskriterien haben wir zusätzlich harte Ausschussklassen definiert.

Die Evangelische Bank arbeitet mit ISS ESG zusammen – einer der weltweit führenden ESG Research- und Ratingagenturen mit einer etablierten Ratingmethodik und hoher Anerkennung am Markt. ISS ESG analysiert die wichtigsten Aktien- und Anleiheemittenten weltweit hinsichtlich ihrer Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistungen und hilft mit seinen Produkten und Dienstleistungen nachhaltigkeitsrelevante Investitionschancen und -risiken zu identifizieren. Im zweiten Schritt kommen die strengen Ausschlusskrite­rien für Unternehmen und Länder zur Anwendung. Sie betreffen Themen wie Embryonenforschung, Pornografie, Rüstung, Tabak, Glücksspiel, Menschenrechte, Kinderarbeit, Klimaschutz, Korruption und Todesstrafe. Die Evangelische Bank und ihre Tochtergesellschaften führen darüber hinaus keine Spekulation mit Agrarrohstoffen durch. In einem dritten Schritt schließen wir Anlagen aus, deren Engagement nach ISS ESG-Standards wenig Anhaltspunkte für Nachhaltigkeit bieten. So akzeptieren wir nur noch solche Assets, die von ISS ESG besser als „D” bewertet werden. Im letzten Schritt kommen die Positiv-Kriterien des Best-in-Class-Ansatzes für die Titelauswahl zum Einsatz.

Die Nachhaltigkeitsqualität der gesamten Eigenanlagen messen wir anhand unserer Bestandsanalyse. Aktuell zeigen die Ergebnisse einen sehr guten Wert des EB-Nachhaltigkeitsindex mit steigender Tendenz. So erfüllen bereits 98,5 % aller Anlagen unsere strengen Anforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit. Auf dieser Basis wollen wir die Nachhaltigkeitsqualität unserer Eigenanlagen sicherstellen und dem EB-Nachhaltigkeitsindex noch weiter Richtung 100 % steigern.

Die Überprüfung der Einhaltung der von uns gesetzten Nachhaltigkeitsrestriktionen erfolgt mindestens halbjährlich durch externe und interne Analysen. Zusätzlich findet einmal jährlich eine Prüfung durch eine externe Wirtschaftsprüfungs­gesellschaft statt. Die Ausschlusskriterien und Ausschussklassen sowie die Ziele werden durch den Arbeitskreis Nachhaltigkeitsfilter zusätzlich halbjährlich überprüft.

Mitglieder des Vorstands Thomas Katzenmayer (Vorstandsvorsitzender), Joachim Fröhlich (v.l.n.r.)

Was hat Ihre Bank aus der Finanzkrise 2008 für Schlüsse gezogen?

Die Finanzkrise von 2008 war für uns eine weniger starke Zäsur als für viele andere Institute. Hintergrund ist, dass wir angesichts unserer Wurzeln als genossenschaftlich organisierte Kirchenbank immer schon den Leitwerten unserer Gründer und Mitglieder verpflichtet sind. Ausgesprochen spekulative oder hochriskante Finanzinstrumente gehörten nie zu unserem Repertoire. Man kann aber die damalige Situation als Weckruf für die gesamte Finanzbranche verstehen. Unsere unmittelbare Konsequenz war, in den Folgejahren unsere Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit als Schlüssel für die Zukunft des Finanzmarktes deutlich zu intensivieren. Wir gehen den Pfad der Nachhaltigkeit seit vielen Jahren aus Überzeugung voran – als Pionier und Gestalter. Wir gehören nicht zu denen, die sich angesichts der aktuellen Klimadebatte und der Fridays-for Future-Bewegung erst neuerdings ein „grünes Mäntelchen“ umgehängt haben. Nicht zuletzt war die Fusion der EDG Kiel und der EKK Kassel im Jahr 2014 zur Evangelischen Bank als größte deutsche Kirchenbank ein klares Signal an unsere Kernkundschaft. Durch ein solides finanzielles Polster, eine gute Kapitalausstattung, können wir als modernes, ebenso schlagkräftiges wie nachhaltiges Finanzunternehmen auch umfangreiche Finanzierungswünsche unserer sich ebenfalls zu größeren Einheiten konsolidierenden Partner aus dem kirchlich-diakonischen Umfeld stemmen. Nachhaltigkeit, Consulting-Banking, Kompetenz und Spezial-Know-how – diese Alleinstellungsmerkmale der EB hat der Markt sehr schnell wahrgenommen.

Die Coronakrise könnte wirtschaftlich betrachtet größere Folgen für private und institutionelle Anleger haben als die Bankenkrise 2008. In welcher Form werden Sie sich auf die neue Situation im Hinblick auf die Liquidität Ihrer Kunden und die Zinspolitik der Zentralbanken einstellen?

Wir haben uns weiterhin viel vorgenommen. Das ehrgeizige Ziel, nachhaltig die führende Bank für Kirche und Diakonie zu sein, verfolgen wir konsequent. Das bedeutet, dass wir weiterhin die Spezialisierung und den Ausbau individueller Lösungen für unsere Kunden, insbesondere im Finanzierungsbereich, vorantreiben werden.

Unsere strategische Zielsetzung ist es, die führende Position eines soliden Finanzpartners mit dem besonderen Know-how in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft innezuhaben. Als eine kapital- und ertragsstarke Bank mit ausgewogenem Chancen- / Risikoprofil sowie einem stabilen Wachstum unterstreichen wir die Prämisse unseres nachhaltigen Geschäftsmodells. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein erreichtes Ziel, hinter das man einen Haken setzen könnte. Vielmehr geht es hier um einen laufenden Prozess, in dem situationsgerecht aktuelle Anpassungen vorgenommen werden.

Zu den Herausforderungen der Zukunft gehören nach wie vor die Niedrigzinsphase, die Digitalisierung, regulatorische Anforderungen und der demografische Wandel. Neu hinzugekommen sind noch die nicht abschätzbaren Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus. Nicht nur die Verwerfungen an den Kapitalmärkten, sondern auch die realwirtschaftlichen Auswirkungen werden hier eine entscheidende Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund müssen wir auch von einem erhöhten Liquiditätsbedarf im Umfeld unserer institutionellen Kunden ausgehen. Unsere Liquidität und die Kapitalquoten sind – auch im Hinblick auf die staatlichen Unterstützungszusagen für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft – absolut ausreichend.

Vorrangiges Ziel der Bank bleibt weiterhin der Ausbau der Risikotragfähigkeit und die Sicherstellung der Einhaltung der steigenden aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen. Eine wesentliche Bedeutung wird daher auch in den kommenden Jahren einer angemessenen Thesaurierungsquote zum weiteren Ausbau unseres Kernkapitals als Grundlage für ein nachhaltiges Wachstum der Risikoaktiva zukommen. Daneben gewinnt auch durch ergänzende aufsichtsrechtliche Regelungen die laufende Sicherstellung der Liquidität an Relevanz. Die Liquiditätslage der Bank beurteilen wir in Anbetracht der Liquiditätsausstattung als zufriedenstellend.

Unseren Kunden bieten wir Liquiditätshilfen in Form von Kreditlinien und Betriebsmittelkrediten. Aus den Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass es für sie im ersten Schritt notwendig ist, eine Reduktion der fixen Kosten zu erreichen. Hier entlasten wir unsere Kunden nachhaltig, indem wir schnell und unbürokratisch Tilgungsaussetzungen bis zu 9 Monaten bewilligen. Diese sind nicht kurzfristig nachzuholen, sondern erst am Ende der regulären Kreditlaufzeit.

Die Zeiten bleiben herausfordernd. Aus unserer Sicht ist eine konsequent nachhaltige Ausrichtung eine wesentliche Antwort.  Es ist Zeit für eine umfassende sozial-ökologisch-ökonomische Transformation. Die wird die EB mitgestalten, denn der nachhaltig ausgerichtete Finanzmarkt hat hierbei als Kreditgeber eine wegweisende Hebelwirkung.

Welchen Stellenwert hat für Sie digitales Banking und wie sieht die moderne Form der Bankgeschäfte bei Ihnen aus?

Die Digitalisierung schreitet weiter voran und bringt eine weitreichende und langfristige gesellschaftliche Transformation mit sich. Diese Entwicklung ist unumkehrbar, doch muss sich jeder die Frage stellen, wie er damit umgehen will. Uns als Evangelische Bank ist es wichtig, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenzudenken und mitzugestalten – zum Nutzen unserer Mitglieder und Kunden.

Wir verstehen nachhaltige Digitalisierung als Querschnittsthema. Dabei sehen wir die Digitalisierung als eine Chance für Innovationen und Nachhaltigkeit, die wir mit und für unsere Kunden nutzen wollen. Innerhalb unserer EB-Familie diskutieren wir, wie die Digitalisierung zum Nachhaltigkeitsmotor werden kann, z. B. auf dem Weg zu einem professionellen ESG-Management (Environmental, Social, Governance). Technologischer Fortschritt ist dabei nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel, um gesellschaftliche und wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Die aktive, wertebasierte und zielgerichtete Gestaltung des digitalen Wandels ermöglicht uns eine erfolgreiche Transformation im Rahmen unserer nachhaltigen Positionierung.

Zusammen mit unseren Tochtergesellschaften haben wir uns in der Evangelischen Bank bereits vor einigen Jahren auf den Weg hin zu einer digitalen Nachhaltigkeitsbank gemacht und damit begonnen, unsere Kundeninteraktionen, Produkte, Prozesse und Daten mit Hilfe der digitalen Technologien zu optimieren. Denn Digitalisierung hat für uns in diesem Zusammenhang stets zum Ziel, Prozesse im Sinne unserer Kunden zu gestalten: Für uns stehen ein hoher Kundennutzen im Front-End und eine digitale Effizienz im Back-End im Fokus. Wir machen uns mobile und digitale Technologien zu Nutze, um den physischen Kundenservice vor Ort, der aufgrund des hohen Kostendrucks nicht mehr wie früher abzubilden ist und auch nicht mehr den Anforderungen unserer Kunden entspricht, durch einen besseren digitalen Kundenservice zu ersetzen. Mit unseren Leistungen und Produkten wollen wir die Kundenzufriedenheit dauerhaft hochhalten beziehungsweise steigern. Das ist nur mit der Optimierung unseres Serviceangebots möglich. Unter gutem Service verstehen wir Einfachheit, Schnelligkeit, Automatisierung der Abläufe und selbstverständlich hervorragende Qualität.

Dabei unterstützt uns vor allem im Privatkundengeschäft unsere Tochtergesellschaft EB-Kundenservice GmbH (EB-KS). Mit rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie die erste Anlaufstelle für sämtliche Anliegen rund um die Finanzangelegenheiten unserer Kunden. Mit ihrer langjährigen Erfahrung bietet sie professionellen Service aus einer Hand, indem sie Dienstleistungsprozesse bündelt und optimiert. Die Serviceexperten am Telefon unterstützen unsere Kunden bei Überweisungen, Fragen zu digitalen Lösungen, Kartensperrungen, Terminvereinbarungen mit den persönlichen Beratern und vielem mehr.

Darüber hinaus spielt natürlich Online-Banking eine große Rolle. In Deutschland nutzen inzwischen mehr als 42 Millionen Menschen Online-Banking. Hierunter ist heute wesentlich mehr zu verstehen als digitale Überweisungen. Innovationen und technischer Fortschritt, wie z. B. Videoberatung, Serviceaufträge per App, Fingerabdruck-TAN oder Fotoüberweisung entscheiden über die Zukunftsfähigkeit von Banken. Deshalb arbeiten wir in der Evangelischen Bank mit Hochdruck an der Weiterentwicklung dieser Services. So können unsere Kunden beispielweise mittels des digitalen Anlageassistenten „MeinInvest Nachhaltig“ ihr Vermögen eigenständig, verantwortungsvoll, sinnstiftend und fair anlegen. Mit diesem Tool haben wir unsere Online-Produktpalette um ein exklusives Angebot für alle digital affinen Privatkunden erweitert, die Wert auf eine nachhaltige Ausrichtung ihrer Geldanlage legen.

Um die langfristige Wahrung der Zukunftsfähigkeit der Evangelischen Bank durch eine umfassende Nutzung der Informationstechnologie sicherzustellen, treiben wir selbstverständlich auch im institutionellen Kundengeschäft die Weiterentwicklung digitaler Lösungen mit Fokus auf die Bedürfnisse und Erwartungen unserer Kunden konsequent voran. Das bedeutet konkret, dass wir mithilfe der neuen Technologien eine schnellere und effizientere Abwicklung der Geschäftsprozesse anstreben und an der Schaffung spürbarer Mehrwerte für unsere Kunden arbeiten. So haben wir z. B. in der Abteilung Liquiditätsmanagement ein Team „Digitale Kundenprodukte“ gegründet, das sich ausschließlich mit der Entwicklung innovativer digitaler Lösungen für unsere institutionellen Kunden befasst. Das Team arbeitet nah an den Kunden und fragt in sogenannten Fokusgruppen die veränderten Bedarfe und Herausforderungen ab. Aktuell prüft das Team das Angebot einer digitalen Wohngruppenkasse für diakonische Einrichtungen.

Unser aktuellstes Beispiel, wie wir unsere Kunden mit digitalen Lösungen unterstützen, ist die webbasierte App „EinfachBesuchen“. Immer mehr Bundesländer sind in den vergangenen Wochen dazu übergegangen, bei Einhaltung spezieller Schutzvorschriften bestimmte Versammlungsformen wieder zuzulassen. So sind seit Mai vielerorts Gottesdienste unter strengen Auflagen wieder möglich. Diverse Bundesländer und Landeskirchen haben aber das verpflichtende Führen von Besucherlisten erst im Juni etabliert. So können im Fall einer COVID 19-Erkrankung Infektionsketten schnell nachvollzogen werden. Das Verfahren der „EinfachBesuchen-App“ ist ganz einfach. Wer sich als Veranstalter registriert hat, kann seine Versammlung mit Datum, Ort und Zeit in der App anlegen. Am Veranstaltungsort müssen gut sichtbar ein QR-Code und der Link zur Web-App ausgehängt werden. So können sich die Besucher kontaktlos als Teilnehmer selbst registrieren. Teilnehmer ohne mobile Geräte können vom Veranstalter in der digitalen Liste problemlos ergänzt werden. Sollte es zu einer Anfrage des Gesundheitsamtes kommen, kann die Liste in digitaler Form schnell zur Verfügung gestellt werden. Andernfalls werden die erhobenen Daten datenschutzkonform nach einem Monat automatsch gelöscht. Mehr unter www.eb.de/einfachbesuchen

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Marcus Noack
Marcus Noack
Marcus Noack studierte internationale BWL und International Business Communication und gründete neben seinem Studium sein erstes Startup 2006. Heute ist Marcus Noack Serial-Entrepreneur und seit mehr als 10 Jahren in der Nachhaltigkeitsszene aktiv. Die Nachhaltigkeitsportale LifeVERDE, JOBVERDE oder Gruene-Startups.de wurden von ihm mit entwickelt.
http://www.boerse-n.de

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